Vorwort

Die schönste Nebensache der Welt ist der Fußball.

 

Viele lieben ihn und verfolgen den Fußballsport in unterschiedlichsten Funktionen. Als Aktiver auf dem Platz, Zuschauer, Trainer, Funktionär oder als Schiedsrichter.  Auch wir als Schiedsrichter freuen uns jedes Mal ein Teil des Sports zu sein. Doch leider ist die Gewalt auf unseren Fußballplätzen in den letzten Jahren stetig gewachsen sowie auch die Qualität der Gewalt. Immer mehr werden die Schiedsrichter Opfer von gewalttätigen Übergriffen. 

Die Qualität und Quantität der körperlichen Angriffe nehmen zu. Selbst drastische Strafen und viele lobenswerte Bemühungen von Seiten der Vereine lassen keine Reduzierung der Gewaltexzesse erkennen.

 

Wenn ein Schiedsrichter körperlich attackiert wird, empfindet dieser, außer den körperlichen Blessuren, in der Regel ein starkes Gefühl der Ohnmacht. Dabei stellt sich die Sinnfrage, ob man zukünftig überhaupt noch das Hobby als Fußballschiedsrichter ausüben möchte,

 

Müssen Eltern Angst haben, wenn Ihr Sohn am Wochenende als Schiedsrichter zu einem Spiel fährt?

Müssen Ehefrauen befürchten, dass der Ehemann als Schiedsrichter nicht unversehrt nach Hause kommt?

 

Das hat immer öfter zur Folge, dass Schiedsrichter sich abmelden sowie einen eklatanter Schiedsrichtermangel vorliegt. Der DFB hat 76.000 Schiedsrichter, die die vielen Fußballspiele an jedem Wochenende erst ermöglichen.

Obwohl pro Jahr (!!!) ca. 8.000 neue SR hinzukommen, ist die Gesamtzahl in den vergangenen 6 Jahren trotzdem um knapp 5000 Unparteiische gesunken.

Was sollen Eltern ihren Kindern sagen, wenn diese sich für das wirklich schöne Hobby des Fußball-Schiedsrichters interessieren?

 

Müssen wir somit akzeptieren, dass Ehefrauen/Freundinnen Angst haben müssen, wenn ihre Partner ein Fußballspiel im Kreis Kempen-Krefeld als Schiedsrichter pfeifen?

Grundsätzliches

Gewalt gegen andere Menschen ist nicht zu tolerieren. Hierfür gibt es überhaupt keine Rechtfertigung. Und schon gar nicht ein angeblich nicht gepfiffenes Foulspiel!

Gewalt gegen andere hat immer mit einer Grundeinstellung anderen Menschen gegenüber zu tun. Hier fehlen jeglicher Respekt und soziales Verhalten.

 

Als Ventil für irgendwelche aufgestauten Aggressionen dienen dann SR auf den Fußballplätzen, „weil doch die Emotionen dazugehören“.

 

Ja, auch wir Schiedsrichter sind der Meinung, dass Emotionen zu einem Fußballspiel dazugehören. Emotionen sind aber etwas ganz anderes als einem Schiedsrichter ins Gesicht zu schlagen, in den Rücken zu springen, anzuspucken, aufs Übelste zu beleidigen, Betrug (Straftatbestand !!) vorzuwerfen usw.

 

Die Grenze ist längst überschritten!

 

Was machen wir SR falsch?

Abgesehen von der Tatsache, dass jeder (!!!) SR in jedem (!!!) Spiel Fehler macht, haben wir es zugelassen, dass verbale Attacken inzwischen als Normalität dazugehören. SR lassen sich auf dem Sportplatz Dinge an den Kopf werfen, die im normalen Leben in vielen Fällen eine Anzeige zur Folge haben würden.

Leider schulen wir sogar unsere jungen SR inzwischen in diese Richtung („Nicht alles hören, aber alles sehen“). Wir dürfen uns also ein kleines Stück an die eigene Nase packen.

Ziel der Arbeitsgruppe

Ziel ist es dabei, dass diese Gewaltexzesse in der Öffentlichkeit Beachtung finden und dadurch vielleicht bei dem ein oder anderen die Hemmschwelle hochgesetzt wird und rechtzeitig vor dem Zuschlagen das Hirn doch wieder einsetzt.
Weitere Aufgabe ist die Unterstützung und Hilfestellung von betroffenen SR. Deshalb haben wir als eine von vielen Maßnahmen einen Schiedsrichter-Konflikt-Beauftragten ins Leben gerufen.

 

Alle Aufgaben findest Du links im Navigationsblock

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